Auschwitz 2013

Am Donnerstag den 06.06.2013 haben wir uns auf eine 5-tägige Reise nach Auschwitz in Polen gemacht.
Der Hinweg dauerte 15 lange Stunden.

P1050445.JPG
Als wir ankamen haben wir von unseren Teamern erste Informationen über die beiden KZs in Auschwitz bekommen. Gegen Nachmittag haben wir uns dann das KZ Auschwitz I „Stammlager“ angeguckt. Der Weg vom Hostel bis zum Stammlager dauerte nur ca. 10 Gehminuten. Wir kamen dort mit riesigen Menschenmassen an. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Nationalitäten
zu diesem Mahnmal täglich kommen. Der Ort war schon beeindruckend, die großen Gebäude, die Anzahl der Baracken.
Das erste mal bekam ich schon Gänsehaut bei dem bekannten Schriftzug

„ARBEIT MACHT FREI“

Unser Guide war Historiker und hat deshalb viele Fakten aufgetischt und leider wenig Emotionen. Wir schauten uns erst die Anlage an, dann gingen wir in eine Ausstellung mit vielen Originalbildern von den Häftlingen. Die Gesichtsausdrücke waren die Schlimmsten, denn man konnte bei den Häftlingen ein Funkelnvon Leid und Verzweiflung sehen. Doch am meisten schockierte mich die Bürokratie und Sammelfreude der Nazis. Jeder Mensch wurde katalogisiert und in große Bücher niedergeschrieben. Alleine diese Bürokratie in einem
Vernichtungslager ist verrückt! Außerdem sammelten die Nazis alles von den Häftlingen. Sie sammelten Brillen, Schuhe, Kinderkleidung, persönliche Gegenstände aller Art, sowie Rasierpinsel, Porzellan und Koffer. Die Haare wurden ihnen ebenfalls abrasiert und zu Filz o.ä. weiterverarbeitet. Und das zu wissen und dann noch diese Massen zu sehen, dass alles ist unfassbar und nicht in Worte zu fassen. Zum Schluss waren wir in dem ersten Krematorium. Es war dunkel und die Luft war drückend und feucht. Gleich im Anschluss standen die grausamen Verbrennungsöfen. Dort waren Loren auf Schienen. Das war geplanter Massenmord und dabei habe ich mir immer die Frage gestellt: „Wie krank und gestört kann ein Mensch nur sein?!“ Doch das war erst der Anfang…..
Am darauf folgenden Tag waren wir in Auschwitz II „Birkenau“. Ein Mensch hatte im Durchschnitt 1m² Platz zum Schlafen und Leben. Die Baracken ähnelten von außen einem Pferdestall / Kuhstall und waren von innen wie Schweineställe eingerichtet. Und das zu sehen und zu wissen, das man gerade an einem Ort steht, an dem Menschen Ihre Ehre und ihr Leben verloren haben und wie Tiere gehalten wurden ist unvorstellbar und unfassbar. Als wir zu den Krematorien kamen, war es wieder unvorstellbar diese Ruinen zu sehen, wo mehre Millionen Menschen grundlos ermordet wurden. Doch eine Frage stellte sich mir immer wieder: „Wie kann ein Mensch nur dazu kommen, andere Menschen umzubringen – Und zwar industriell?“ Vor allem, wie kommt man auf die Idee unschuldige Kinder zu ermorden? Kinder die nicht mal eine Kindheit haben durften. Sie konnten nie frei spielen, Freunde haben, Erfahrungen machen….
Wer das KZ mit seinen Bildern schrecklich fand, sollte auf keinen Fall das Museum unter dem Kloster des Franziskaner Ordens im Nachbarort Harmęże besuchen, oder gerade deshalb?! Der Künstler hat erst 50 Jahre nach Auschwitz angefangen zu malen, die Bilder waren alle Schwarz-weiß, und zum Teil mehrere Meter groß. Es waren immer viele verzweifelte, traurige und Halt suchende Menschen darauf zu sehen. Eigentlich sind diese Bilder unbeschreiblich. Man muss diese Ausstellung einfach gesehen haben! Auf unserer 2-tägigen Station in Krakau, besuchten wir nicht nur die berühmte Schindler Fabrik aus dem Film, sondern hatten noch ein Zeitzeugengespräch und zum Abschluss ein jüdisches 3-Gänge Menü mit Klezmer Musik. Das Zeitzeugengespräch war beeindruckend. Es war eine Frau Namens Lidia. Sie war als Kind Versuchsopfer von Doktor Mengele, hat das KZ mit viel Glück überlebt und nach Jahrzehnten ihre totgeglaubte Mutter wiedergefunden. Eine unglaublich bewegende Geschichte.

Diese Fahrt werden wir nie vergessen und finden es wichtig, das dass Geschehene niemals in Vergessenheit gerät. Auf dieser Fahrt wird Geschichte zum ersten Mal erlebt und real und sollte deshalb von möglichst vielen Schülern mitgemacht werden.

Der 10. Jahrgang der Realschule Steinhagen sagt Danke!

1.jpg

20130608_094738_resized.jpg

20130608_104833_resized.jpg

P1050445.JPG

P1050486.JPG

P1050621.JPG

_DSC0529.JPG

_DSC0551.JPG

_DSC0705.JPG

_DSC0737.JPG

_DSC0742.JPG

_DSC0918.JPG

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>