Realschüler gestalten Gedenktag für die Opfer des Konzentrationslager Wewelsburg Niederhagen

Am 2. April 1945 wurden die Insassen des Konzentrationslagers Niederhagen im Dorf Wewelsburg im Paderborner Land von Soldaten der amerikanischen Armee befreit. Aus diesem Grund findet seit 1998 auf dem ehemaligen Appellplatz des Lagers an diesem Datum eine Gedenkveranstaltung für die 1258 der rund 3900 Häftlinge, die hier durch harte Arbeit, Unterernährung und Krankheiten zu Tode gekommen sind, statt. Die Gestaltung dieser Gedenkfeier liegt seit 2003 in den Händen von unterschiedlichen Schulen, die jeweils vom Verein „Wider das Vergessen und für Demokratie – Gedenktag 2. April“, der die Veranstaltung jedes Jahr organisiert, angesprochen werden. Dieses Jahr wurden die Schülerinnen und Schüler des Wewelsburgprojektes der Realschule Steinhagen gebeten, sich an dem Gedenktag zu beteiligen. Mit Hilfe des Künstlers Mika Springwald wurde eine Installation entworfen und erstellt, die aus 20 ca. 1m hohen Figuren von KZ- Häftlingen besteht. Während der Gedenkveranstaltung stellte sich jeweils ein Schüler zu jeder Figur und gab ihr mit Hilfe eines kurzen Statements eine Stimme. So wurden in kurzen Sätzen Inhaftierungsgründe, wie z.B. Widerstand gegen das NS-Regime, Lebensumstände im KZ und die Sehnsucht nach Freiheit thematisiert. Anschließend wurden Kraniche, die mit der Origami-Falttechnik aus Papier erstellt wurden, über den Häftlingsfiguren aufgehängt. Die Kraniche sollen Freiheit symbolisieren, da sie als Zugvögel jedes Jahr aufs neue die große Freiheit erleben und von Kontinent nach Kontinent ziehen, dahin, wo Luft und Wind sie tragen. Gleichzeitig dienen die Kraniche auch dazu, die Brücke zum Heute zu schlagen: Peter Steudtner, ein Menschenrechtsaktivist, der in der Türkei wegen seines Engagements verhaftet und inhaftiert wurde, faltete während seiner Haftzeit ebenfalls Origami-Kraniche. So erinnern Origami-Kraniche auch an Menschen, die damals wie heute zu Unrecht inhaftiert und drangsaliert und manchmal auch getötet werden. Die Aktion der Schülerinnen und Schüler endete mit einem Apell für den Einsatz zur Beachtung der Menschenrechte, insbesondere des Gleichheitsgrundsatzes, (alle Menschen sind gleich, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion) und der Meinungsfreiheit. Als Erinnerung an die Wichtigkeit dieses Engagements verteilten die Schüler am Ende der Gedenkfeier aus Papier gefaltete Kraniche an alle Besucher.

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